Infoveranstaltung für Jugendliche zu Schule ohne Rassismus
Mittwoch, 05. November 2008

"Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" - ein Projekt für euer Engagement in Magdeburg

Infoveranstaltung für Schülerinnen und Schüler am 13. Oktober um 16.00 Uhr im Kulturzentrum Moritzhof

 

Mitunter gibt es ja Stimmen, die meinen, dass das mit dem Rechtsextremismus in Magdeburg „nichtmehr so schlimm wie damals“ sei. Doch der Schein trügt. Rechtsextreme mögen sich in ihrem Auftreten verändert haben, doch die menschenverachtende Ideologie ist die gleiche geblieben. So ist es rechtsextremen Organisationen gelungen, sich im Magdeburger Stadtleben zu verankern und rechte Treffpunkte zu etablieren. Auch rechte Gewalt ist nicht auf dem Rückmarsch, vielmehr hat sie sich auf hohem Niveau stabilisiert.

 

Vor allem im öffentlichen Nahverkehr hat die Zahl der Angriffe zugenommen. Dies ist umso besorgniserregender, da nur in den seltensten Fällen umstehende Personen den Opfern zu Hilfe kamen. Die Lage hat sich nicht entspannt, sie ist weiterhin akut, gerade wenn man manchem Alltagsgespräch lauscht und dort mit rechtsextremen Meinungen konfrontiert wird. Dem entgegenzutreten erfordert Mut, und der ist in der Gruppe immer größer als der von Einzelnen. Es gibt viele Bereiche, in denen man gegen Rechts aktiv werden kann. Mit dem Projekt „Schule ohneRassismus – Schule mit Courage“ könnt ihr an eurer Schule zeigen, dass ihr nicht bereit seid, Rassismus, Gewalt und Diskriminierungen jeglicher Art zu tolerieren und zu akzeptieren!

 

Wir laden euch ein, das Projekt und uns kennen zu lernen

Am 13. November findet für euch im Kulturzentrum Moritzhof, am Moritzplatz 1, eine Infoveranstaltung zu „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt. Wir wollen mit euch ins Gespräch kommen und euch mehr über das Projekt in Magdeburg erzählen. Am Donnerstag, den 13. November von 16.00 - 18.30 Uhr im kleinen Saal im Kulturzentrum Moritzhof am Moritzplatz 1, Magdeburg-Neustadt

 

Wir würden uns sehr freuen, euch am 13. November auf dem Moritzhof begrüßen zu dürfen. Um die ganze Veranstaltung optimal koordinieren zu können, wäre es am besten, ihr meldet euch per E-Mail vorher an. Die E-Mail-Adresse für die Anmeldung und alle weiteren Fragen ist: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

   

Weiterer Kontakt über:
Offener Kanal Magdeburg e.V.
Olvenstedter Straße 10
39108 Magdeburg
fon: 0391 7391327

 

 
70 Jahre nach den Novemberpogromen
Mittwoch, 05. November 2008
Am 9. November Gedenkveranstaltung in der Johanniskirche
 
Mit einer Gedenkfeier in der Johanniskirche erinnert die Landeshauptstadt am kommenden Sonntag an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, die auch in Magdeburg zur Zerstörung der Synagoge und jüdischer Geschäfte im Stadtzentrum sowie zur Vertreibung vieler jüdischer Mitbürger führte. Die Gedenkfeier beginnt um 15.00 Uhr. Im Anschluss findet ein Schweigemarsch zum Denkmal für die zerstörte Synagoge in der Julius-Bremer-Straße statt, wo der Rabbiner Lototski das jüdische Totengebet sprechen wird.

„Die Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 ist ein wichtiges Zeichen wider das Vergessen und die Gleichgültigkeit, ist Erinnerung an die Opfer, an zerstörtes Leben und für immer vernichtete Kulturgüter" erklärt Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper anlässlich der diesjährigen Gedenkfeier. „Doch Gedenken ist keine Momentaufgabe. Gedenken muss lebendig sein. Die Begegnung und der Umgang mit den Geschehnissen der Vergangenheit muss in unseren Alltag einfließen."

Für die Landeshauptstadt Magdeburg wird am Sonntag während der Veranstaltung in der Johanniskirche Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch Worte des Gedenkens sprechen. Für das Land Sachsen-Anhalt wird spricht Rüdiger Erben, Staatssekretär im Innenministerium.

Von den fast 2.000 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Magdeburg überlebten den Holocaust nur 83. An die Opfer und die Schicksale ihrer Familien erinnern während der Gedenkfeier in der Johanniskirche Schüler des Ökumenischen Domgymnasiums. Der Chor der Synagogengemeinde unter der Leitung von Svetlana Ozerskaia sorgt für den musikalischen Rahmen.

Auf dem Friedhof der Synagogengemeinde im Fermersleber Weg ist am kommenden Sonntag ein individuelles stilles Gedenken möglich, er ist bis 21.00 Uhr geöffnet.
 
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.  
 
Magdeburg ist „Ort der Vielfalt“
Mittwoch, 22. Oktober 2008

Projekte für Vielfalt, Toleranz und Demokratie vorgestellt

 

698_5312_1_k Im Januar 2007 startete das Programm „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts hat dazu einen lokalen Aktionsplan (LAP) entwickelt, der nachhaltig und zielorientiert wirksames Handeln auf lokaler Ebene mit konkreten zivilgesellschaftlichen Ansätzen verknüpft und ein breites Engagement der Bürgerinnen und Bürger fördert. Heute zogen Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und die Beteiligten im Alten Rathaus Bilanz und präsentierten künftige Vorhaben.

„Die Themen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit müssen wir sehr ernst nehmen und gegen alle Formen von Intoleranz und Menschenverachtung konsequent vorgehen“, so OB Dr. Lutz Trümper heute anlässlich der Präsentation der Projekte des Lokalen Aktionsplanes für Toleranz und Demokratie. „Mit unserem Lokalen Aktionsplan wollen wir die Entwicklung demokratischer Strukturen in unserer Stadt nachhaltig befördern und eine engagierte Bürgerschaft stärken.“

Magdeburgs Stadtoberhaupt dankte ausdrücklich den zahlreichen Trägern der Jugendhilfe und den Weiterbildungseinrichtungen, die sich im Rahmen des LAP für die Stärkung von Demokratie und Toleranz mit ihren Ideen und Initiativen engagieren und dazu beigetragen haben, dass durch die Projekte sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene in ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen erreicht werden konnten. Bisher wurden 35 Projekte gefördert, insgesamt 190.000 € standen dafür zur Verfügung, davon 175.000 € Fördermittel aus dem Bundesprogramm und 15.000 € aus dem städtischen Haushalt.

Thomas Weber, Mitarbeiter der LAP-Koordinierungsstelle bei Miteinander e.V. schätzt die Umsetzung der bisher geförderten 35 Projekte von insgesamt 20 freien Trägern als erfolgreich ein: „Es ist uns gemeinsam gelungen, an die Erfahrungen und Strukturen der Vorjahre in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit anzuknüpfen. Zudem konnten punktuell neue Akzente gesetzt und ein Netzwerk aufgebaut werden, so dass Ressourcen und Kompetenzen besser gebündelt werden können.“

Für ihre Anstrengungen im Kampf gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit wurde die Landeshauptstadt Magdeburg inzwischen durch das Bundesfamilienministerium als „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet. Ein entsprechendes Schild wurde heute durch OB Trümper zum Auftakt der Projektmesse enthüllt. Es wird an gut sichtbarer Stelle im Alten Rathaus aufgestellt.

Im kommenden Jahr wollen die Akteure nicht nur die begonnenen Vorhaben vertiefen und stärker vernetzen, sondern insbesondere Migrantenorganisationen fördern. Darüber hinaus könnte der Antritt der NPD zur Kommunalwahl 2009 eine besondere Herausforderung für die demokratische Stadtgesellschaft werden.

 
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Willkommen

 

Am 1. Januar 2007 startete das neue Programm "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Bundesregierung hat sich vor dem Hintergrund der weiten Verbreitung des Rechtsextremismus zum Ziel gesetzt, gerade bei jungen Menschen die demokratische Kultur und das zivile Engagement zu stärken sowie Toleranz und Weltoffenheit zu fördern.

Das präventiv ausgerichtete Programm knüpft an die Erfahrungen aus dem Ende 2006 ausgelaufenen Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" an. Für das Programm werden jährlich 19 Mio. Euro Bundesmittel zur Verfügung gestellt.

Angesprochen werden sollen insbesondere junge Menschen, rechtsextremistisch gefährdete Jugendliche, Migrantinnen und Migranten sowie Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer.

Im Förderschwerpunkt "Entwicklung integrierter lokaler Strategien" entwickeln Kommunen/ Landkreise/ Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften zusammen mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort einen Lokalen Aktionsplan. Dieser beruht auf einer spezifischen Analyse der Problemlagen des Fördergebietes, verfolgt mit konkreten Maßnahmen und Entwicklungsschritten eine langfristig integrierte Strategie zur Demokratieentwicklung und fördert lokale Vernetzungen und Kommunikationsstrukturen.

Anträge zu Einzelprojekten können bei der zuständigen Lokalen Koordinierungsstellen eingereicht werden. Beachten Sie bitte bei der Entwicklung von Maßnahmen die Leitlinien des Programmbereichs „Entwicklung integrierter lokaler Strategien“ sowie die Anforderungen des Lokalen Aktionsplans.

Leitlinien Entwicklung integrierter lokaler Strategien 

Weitere Informationen zum Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ finden Sie im Internet auf
http://www.vielfalt-tut-gut.de