Ein Jahr erfolgreiche Arbeit für Demokratie und Toleranz
Donnerstag, 16. Oktober 2008

Projekte präsentieren sich am 21. Oktober im Magdeburger Rathaus

 

Seit dem 1. September 2007 arbeiten verschiedene Akteure aus der Verwaltung gemeinsam mit  freien und öffentlichen Trägern an der Umsetzung des Lokalen Aktionsplanes für Demokratie und Toleranz in der Landeshauptstadt Magdeburg. Der Begleitausschuss mit seinen 15 Mitgliedern aus Verwaltung und Zivilgesellschaft hat bisher 55 Anträge auf Förderung gesichtet und davon 35 positiv beschieden. Diese aus Mitteln des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ geförderten Maßnahmen arbeiten mit verschiedenen und auf die jeweilige Zielgruppe bezogenen Ansätzen an der Erreichung der im Vorfeld von einem breiten Kreis von Akteuren entwickelten Zielstellungen. Zur Präsentation der Ergebnisse der einjährigen Projektarbeit gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit laden wir die Bürgerinnen und Bürger recht herzlich am 21. Oktober um 15:00 Uhr in das Alte Rathaus der Stadt Magdeburg ein.

 

Im Rahmen einer Projektemesse, die vom Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper eröffnet wird, stellen die beteiligten Träger ihre Projekte der Öffentlichkeit vor und stehen für Gespräche und Diskussionen zur Verfügung.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. 

 
Nach dem Rechten sehen
Freitag, 10. Oktober 2008

Großer Zulauf zur Buchvorstellung im schauspielhaus Magdeburg

Andreas Speit, freier Journalist aus Hamburg, stellte am gestrigen Donnerstag sein jüngst gemeinsam mit Andrea Röpke herausgegebenes Buch „Neonazis in Nadelstreifen“ in Magdeburg vor. Mehr als 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Bündnis gegen Rechts Magdeburg, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und des Theaters der Landeshauptstadt Magdeburg in das schauspielhaus gefolgt. Entschuldigen möchten wir uns an dieser Stelle bei all denjenigen, die keine Karten mehr bekommen haben und deshalb den Ausführungen des Autors nicht beiwohnen konnten.

In seinem Vortrag ging Andreas Speit zunächst auf die strategische und inhaltliche Neuausrichtung der NPD ein, die maßgeblich von Udo Voigt seit seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden dieser rechtsextremen Partei im Jahr 1996 forciert wird. Im Schulterschluss mit militanten „Freien Kameradschaften“ etablierten Parteimitglieder so in vielen Regionen Deutschlands eine rechte Alltagskultur. Rechtsextreme Akteure, die zunehmend selbstbewusster in Freiwilligen Feuerwehren, Sportvereinen, Bürgerinitiativen, Gemeinde- und Kreisräten ihre demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Positionen vertreten, sind keine Seltenheit mehr. Neben eigenen Musikversänden und –labels sorgen Erbschaften und die beiden NPD-Landtagsfraktionen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern für eine finanzielle Absicherung der rechten Aktivitäten vor Ort. An Aktualität gewannen Speits Ausführungen über die „Heimattreue Deutsche Jugend“ durch eine Razzia bei führenden Funktionären der Organisation am selben Tag. In den frühen Morgenstunden durchsuchten Polizeibeamte bundesweit 80 Wohnungen und Büros, darunter auch ein Objekt in Wernigerode.

In der anschließenden Diskussion wurde von mehreren Besucherinnen und Besuchern der Wunsch nach weiterführenden Informationsveranstaltungen wie beispielsweise Projekttagen in Schulen vorgebracht. Eine Vielzahl von öffentlichen und freien Trägern in Magdeburg halten zu den Themen Rechtsextremismus, Rassismus, Migration und Demokratiestärkung Angebote vor. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Koordinierungsstelle des Lokalen Aktionsplanes unter Telefon 0391 / 620 77 54 bzw. per Email Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können sowie direkt auf den Webseiten der Kooperationspartner:

 

Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt
Hingucken! – Einmischen!
Katholische Erwachsenenbildung im Land Sachsen-Anhalt
Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt
Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt
Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt
Projekt für Toleranz und Demokratie
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

 
Buchvorstellung "Neonazis in Nadelstreifen"
Mittwoch, 08. Oktober 2008

"Neonazis in Nadelstreifen. Die NPD auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft."

Buchvorstellung mit den Journalist/innen Andrea Röpke und Andreas Speit am 9. Oktober um 19.30 Uhr im schauspielhaus

 

In den letzten Jahren konnte die NPD nicht nur Wahlerfolge in Ost und West verbuchen. Gemeinsam mit den außerhalb der Parlamente agierenden "Freien Kameradschaften" ist es ihr gelungen, vielerorts eine rechte Alltagskultur zu etablieren. Der Grund dafür ist ein Strategiewechsel, mit dem sie sich zugleich ein neues Image zu geben versucht: Sie greift soziale Ängste und regionale Probleme auf, und ihre Mitglieder engagieren sich verstärkt in Vereinen und ehrenamtlichen Initiativen. Dabei stützt sich die NPD auf ein bundesweites Netzwerk von Kameradschaften, Wirtschaftsunternehmen und Organisationen. Als harmlos erscheinende Bürgerinitiativen setzen sie sich zudem für Stadtteil- und Gemeindethemen ein. Doch auch im Gewand des Biedermannes werden die alten völkischen Botschaften verbreitet, hinter der Bürgernähe steht eine straff geführte Organisation, und die Zahl rechtsextremer Gewalttaten nimmt weiter zu.


 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen. 

 

 
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Willkommen

 

Am 1. Januar 2007 startete das neue Programm "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Bundesregierung hat sich vor dem Hintergrund der weiten Verbreitung des Rechtsextremismus zum Ziel gesetzt, gerade bei jungen Menschen die demokratische Kultur und das zivile Engagement zu stärken sowie Toleranz und Weltoffenheit zu fördern.

Das präventiv ausgerichtete Programm knüpft an die Erfahrungen aus dem Ende 2006 ausgelaufenen Aktionsprogramm der Bundesregierung "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" an. Für das Programm werden jährlich 19 Mio. Euro Bundesmittel zur Verfügung gestellt.

Angesprochen werden sollen insbesondere junge Menschen, rechtsextremistisch gefährdete Jugendliche, Migrantinnen und Migranten sowie Eltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer.

Im Förderschwerpunkt "Entwicklung integrierter lokaler Strategien" entwickeln Kommunen/ Landkreise/ Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften zusammen mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort einen Lokalen Aktionsplan. Dieser beruht auf einer spezifischen Analyse der Problemlagen des Fördergebietes, verfolgt mit konkreten Maßnahmen und Entwicklungsschritten eine langfristig integrierte Strategie zur Demokratieentwicklung und fördert lokale Vernetzungen und Kommunikationsstrukturen.

Anträge zu Einzelprojekten können bei der zuständigen Lokalen Koordinierungsstellen eingereicht werden. Beachten Sie bitte bei der Entwicklung von Maßnahmen die Leitlinien des Programmbereichs „Entwicklung integrierter lokaler Strategien“ sowie die Anforderungen des Lokalen Aktionsplans.

Leitlinien Entwicklung integrierter lokaler Strategien 

Weitere Informationen zum Bundesprogramm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ finden Sie im Internet auf
http://www.vielfalt-tut-gut.de